Neues aus Kapstadt von Paul

Fotos folgen heute Abend!

Rundmail die Zweite

Da bin ich wieder. Was soll ich sagen, im letzten Monat ist so viel passiert. So viele erste Male…

Ein Höhepunkt war der Besuch einer Delegation der IUG (Islamic University of Gaza). Davor wusste ich gar nicht, dass es im Gaza-Streifen überhaupt Universitäten gibt, wovon die IUG mit ca. 21.000 Studenten die größte ist. Dies ist umso bewundernswerter, wenn man die Geschichte dieser Institution betrachtet, die stets durch die Repression der israelischen Regierung geprägt war. Die IUG begann in Zelten, ohne Material etc., wurde 15 Jahre von Jerusalem nicht anerkannt, dann durfte sie für fünf Jahre ihre eigenen Gebäude nicht benutzen (Es wurde zu Hause, in Moscheen und in Sportclubs weiterunterrichtet.) und einige Gebäude wurden bombardiert (und innerhalb von zwei Jahren wieder aufgebaut) , um nur ein paar der Probleme zu nennen,  mit denen die IUG zu kämpfen hatte.

Morgens hatten wir ein Seminar, in dem sich CPUT und IUG vorgestellt haben (Hier auch das Foto). Meine Ehre war es als Opener etwas Saxophon zu spielen;) Das hat so gut gefallen, dass ich das jetzt bei jedem Event machen darf. Weiter ging es dann zu einigen NGOs und zu einem Radiosender. Ich durfte alles begleiten, interessante Gespräche führen und viel Neues in dieser Stadt kennenlernen. Als wir einen kurzen Stopp bei meinem Chef zu Hause gemacht haben und wir dort im Wohnzimmer saßen, fing einer der Palästinas an zu singen und ich habe ihn dazu auf dem Klavier begleitet.

Für mein ungeschultes Ohr klingen arabische Melodien nach tiefer Sehnsucht/Melancholie – einfach schön. Da es hier viele Muslime gibt, fangen zu bestimmten Zeiten am Tag alle Muezzins an, die Stadt mit Gesang zu bedecken. Vor allem abends ist das sehr stimmungsvoll.

So dann noch etwas aus dem Mädchenheim:

Langsam finde ich meinen Platz, lerne Namen und Persönlichkeiten dort kennen, wobei es mit den Jüngeren deutlich einfacher ist. Ein Wochenende war ich mit einigen Mädchen auf einem Camp und dann war da noch ein wunderschöner Sporttag, an dem sich ca. 10 Heime getroffen haben und gegeneinander angetreten sind. Da waren nicht nur so viele Kinder sondern auch, und es war mir schon peinlich, ca. 10 deutsche Freiwillige. Oh, da kam ich mir nicht sonderlich besonders vor. Na ja, muss auch mal sein;)

Beim Sprinten in der offen Klasse habe ich auch mal mein Glück probiert, aber die waren leider alle schneller als ich – Jönema (Afrikaans, man könnte es als „Verdammt!“ übersetzen).

Für mich natürlich noch ein großes Thema: Musik.

Ich habe einen Saxophonlehrer gefunden. Ein älterer Herr mit dem ich mich schon zweimal getroffen habe. Wir reden übers Spielen und spielen auch. Das hat noch keine feste Form, macht aber viel Spaß.

Am 1.10. will ich dann zum ersten Mal zu „Swingers“ gehen – ein Jazz-club, in dem es am Montag immer Jamsessions gibt. Ich hoffe Anschluss zu finden, denn das gemeinsame Musizieren vermisse ich noch.

Der Chor im Mädchenheim nimmt immer mehr Form an. Ich habe jetzt einen Proberaum in einer nahgelegenen Schule gefunden. Was mir noch fehlt sind Noten. Mal schauen…

Wenn alles gut läuft werde ich noch mit zwei/drei Schülern unter die Klavierlehrer gehen.

Am Wochenende (29./30. 9.) feierte die Kirche meiner Gastfamilie den 90sten Geburtstag ihres Chors. Da durfte ich auch etwas Saxophon spielen und Magdelena am Klavier begleiten.

 

So, nicht zu vergessen ein wunderbarer Ausflug zum Kap:

 

und eine frühmorgentliche Wanderung am Constanstia Nek (einer der Berge hier):

 

Da denkt man gar nicht, dass man in Kapstadt ist.

Last es euch gut gehen,

Paul

 

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Ein Kommentar zu “Neues aus Kapstadt von Paul
  1. Malin Veenhuis sagt:

    Hey Paul, dass klingt ja alles wunderbar bei dir. Du scheinst ja auch richtig in deinen projekten vorran zu kommen.. Einen eigenen Chor gruenden! Den zeigst du uns dann, wenn wir dich besuchen. Liebe gruesse auch Pretoria 😉