Quartalsbericht Nr. 2

Das Licht ist aus, wir sind zu Haus

 

„Tonight is load shedding again!“

Load shedding ist eine Methode der Regierung, Strom zu sparen, indem bestimmte Stadtviertel für 2-3 Stunden  nicht mehr mit Elektrizität beliefert werden. Zurzeit geschieht das zwei Mal täglich und da es zu den Tageszeiten, an denen tendenziell am meisten Stromtisch gebraucht wird natürlich am effektivsten ist, muss man meistens Morgens und am frühen Abend darauf verzichten, sich einen heißen Kaffee oder Rooiboschtee (der nebenbei fast ausschließlich in Südafrika angebaut wird) zu machen.

Essen zu kochen gestaltet sich so relativ schwer, allerdings haben wir einen Gaskocher, auf dem man Wasser erhitzen kann und die Kerzen fördern eine richtiggehend romantische Stimmung zutage. Wir sind auch viereinhalb Monate ohne Internet ausgekommen, da sollten wir auch mit einigen Stunden ohne Strom fertig werden.

 

 

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Happy Hermanus

Auch auf dem Zwischenseminar in Hermanus mussten wir zuweilen mit eher spärlicher Beleuchtung zurechtkommen, was jedoch durch die extrem luxuriöse Umgebung, ein sehr komfortables Gasthaus, wieder wettgemacht wurde. Schließlich konnten wir den bergeausbleibenden Strom mit einem Pool, sowie Pool und Kicker Tischen, komfortablen Sofas, schönen Zimmern und fünf Minuten Fußweg bis zum Ozean kompensieren. Auf dem meerblickZwischenseminar lernten wir außerdem einige interessante andere Freiwillige kennen, mit denen wir uns auch einmal in Kapstadt zum Feiern trafen, und erhielten viele hilfreiche Anregungen zu unserer Arbeit und den Hintergründen unseres Freiwilligendienstes.

Wir unternahmen dort auch eine Wandeseerung (s. Bilder) an einen Stausee, wo wir schwimmen waren. Überhaupt war ich viel schwimmen, auch im Meer, dessen Wellen so stark sind, dass man mit dem Körper auf ihnen surfen kann.

Schön war auch, mal wieder deutsche Magazine zu lesen (da wir zu dem Zeitpunkt noch kein Internet hatten und nur sporadisch mitbekamen, was sich politisch und gesellschaftlich in Deutschland ereignete, was derzeit allerdings leider mitunter sehr beschämend ist), die von den Mentoren mitgebracht worden waren.

Am letzten Abend haben wir einen großen Braai am Strand veranstaltet und waren in einem Club in Hermanus. pflanzeInsgesamt war das Zwischenseminar sehr sinnvoll, da viele neue Ideen an uns herangetragen wurden und das die einseitige Perspektive, die man natürlich manchmal hat, sicherlich erweitert.

 

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Uni

 

Es hat sich viel getan in letzter Zeit. Das fing damit an, dass wir mit zu dem Camp in Paarl durften, auf welchem die neuen Peer Educators des Jahres 2015, Studenten, die maßgeblich in der HIV&AIDS Unit mitarbeiten, eingeführt wurden. Das war eine schöne Erfahrung, da ich viele neue Leute kennengelernt und mein Wissen um den Virus, mit speziellem Bezug auf Südafrika, noch erweitert habe. Erwähnenswert ist zum Beispiel der Beschneidungsritus in der Xhosa Kultur, bei dem die Jungen für einen Monat in den Busch gehen müssen und als Männer wiederkommen, der jedoch, wenn er nicht sachgerecht dupeeredsrchgeführt wird, einen Übertragungsweg darstellen kann. Es gibt verschiedene weitere Dinge an denen man einen Xhosa Mann erkennen kann, einen bestimmten Handschlag, verschiedene Wörter, die man nur im Busch lernt und wenn die Männer gerade aus dem Busch kommen, müssen sie sich für einige Monate sehr fein ankleiden, sodass auch Fremde sehen können, dass es sich nun um einen Mann handelt. Es dauert eine Weile, als Außenstehender diese Transformation mit all ihren Details ansatzweise zu begreifen.

Das erste größere Projekt der neuen Peer Eds war die Orientierungswoche für die frischen Erstsemesterstudenten. Hierfür hatten die Peer Eds eigens ein kleines Theaterstück geschrieben und eingeübt, welches über den HI-Virus, Infektionswege und –Risiken, häusliche Gewalt und unterschiedliche Geschlechterrollen informieren sowie ein tolerantes Bewusstsein gegenüber anderen Lebensentwürfen, wie Homosexualität (wobei Entwurf mit Sicherheit der falsche Begriff ist, da er eine Intentionalität impliziert) herstellen sollte. Dabei wurde stets auf Stellen an der Universität verwiesen, an die man sich wenden kann, etwa die Campus Klinik. Das Stück war so nah wie möglich an der Lebenswirklichkeit der Studenten gehalten, mit vielen Reminiszenzen aus dem öffentlichen und politischen Leben Südafrikas. Eingebettet in die Rahmengeschichte einer Frau, die ihr Zimmer für ihren heimkehrenden Freund saubermacht und dabei fern sieht, wurde unter anderem eine Parlamentsdebatte über AIDS, ein Rap Battle, eine Radiosendung  und eine Talkshow dargeboten. In der Mitte der Aufführung hielt eine Kollegin, die HIV positiv ist, einen Vortrag über sich und ihr Leben mit dem Virus, was sehr beeindruckend ist. Am Ende stand die Demonstration von männlichen sowie weiblichen Kondomen. Der Weg der Vermittlung war teilweise recht unorthodox, jedoch glaube ich, dass auf diese Art und Weise wesentlich mehr hängengeblieben ist, als dies bei einem stumpfen Vortrag der Fall gewesen wäre.

Meine Aufgabe lag hier vor allem in der Vorbereitung und Beratung sowie darin Interviews mit Studenten über deren Wahrnehmung zu führen und  zu filmen sowie einige Bilder zu machen, die man sich auf der Facebook Seite der Unit in einem, noch von Christopher zusammengeschnittenen, Video ansehen kann (https://www.facebook.com/hivaidsunit?fref=ts). Zwar blieb das Aufgabenfeld tendenziell eher im Bürobereich, doch

mit der langsamen Einführung des mithilfe der Stadt Kapstadt durchgeführten „life skills programme“ kam ich auch zunehmend dazu im Feld zu arbeiten. Das Programm besteht aus vier Teilen und wird mit Schülern von Schulen aus eher problematischen Stadtteilen durchgeführt. Im ersten Teil mtammygruppeussten sich die Schüler in Gruppenarbeit eine Marke ausdenken und für diese ein Image, ein Logo, wie einen Slogan entwickeln. Im Grunde war dies eine simple Einführung in Marketingstrategie und die meisten Gruppen machten sich mit einer erstaunlichen Ernsthaftigkeit an die Aufgabe und wurden dabei sehr kreativ. Mein Teil der Arbeit war hier, die Gruppe anzuleiten, Anregungen zu geben, die Gruppe hier und da auf die richtige Fährte zu führen und so die letztliche Produktion zu erleichtern. Mitunter konnten hierbei Kommunikationsbarrieren auftreten, vor allem bei den Gruppen, die ausschließlich Afrikaans und isiXhosa sprachen, doch auch das lies sich lösen, zugruppenm Beispiel, indem ich die Afrikaans Gruppen sehr langsam sprechen ließ, sodass ich auf Englisch, manchmal sogar auf Afrikaans selbst antworten konnte. Hier traten immer wieder lustige Situationen auf, etwa, wenn mein Slang zur Anwendung kam und die Schüler sich daraufhin in demselben Stil äußerten. „Verstaan je me bru, je muet nie kak praat nie!“ So gelang es unter anderem auch eine Art Gruppengeist zu etablieren, wobei nicht zu selten auch ein unterschwelliger Appell an die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe hilfreich sein konnte. Gerade aus diesen Sessions, in denen man fest an eine Gruppe gebunden war, konnte ich viel über das Leiten einer Gruppe lernen – wann man leise, wann laut sprechen muss, wann dominant und wann freundschaftlich auftreten: verschiedene Nuancen angewandten Verhaltens im Allgemeinen.

Der zweite Teil befasst sich mit Fotografie. Er befindet sich derzeit im Prozess. In ihm werden den schon vorher formierten Gruppen Einmalkameras ausgehändigt, mit denen sie sowohl Missstände, als auch positive Dinge illustrieren sollen, die sie als die Jugend der Community direkt beeinflussen. Vorher wird ihnen eine Einführung in grundlegende Techngruppenvonobeniken der Fotografie gegeben, soweit dies mit Einmalkameras möglich ist. Das Ziel hierbei ist, rekurrierend auf den Widererkennungswert einer Marke, klare Fotos mit eindeutiger Botschaft zu erhalten, die auf den ersten Blick symbolisch für eine größere Thematik fungieren – ein quasi fotojournalistisches Vorgehen. Der dritte Teil besteht dann darin, dass die Gruppen sich mit den entwickelten Fotos treffen und diese auf einem Poster so arrangieren, dass eine kleine Geschichte erzählt wird.

In dem vierten Teil treffen sich dann alle Gruppen und können im Rahmen einer großen Ausstellung ihre Projekte präsentieren. Die Projekte, die den Vorgaben ehesten entsprechen, die am kreativsten, am ausdrucksstärksten sind, werden in Form einer guten Kamera für jedes Gruppenmitglied prämiert. Außerdem erhält eine der Gruppen 10 000 Rand Startgeld, um innerhalb der Community ein eigenes, fest fortlaufendes Projekt zu implementieren und etablieren.

Hin und wieder habe ich auch auf dem Campus gearbeitet, etwa bei einem HIV Test oder im Rahmen der „responsible love week“, bei der Studenten willkürlich nach ihrer Meinung zu verschiedenen Facetten verantwortlicher Liebe ausgefragt werden. Hierbei habe ich sogar kurz vor einem gefüllten Auditorium gesprochen.

 

Leider gab es auch, nach diesen eigentlich doch sehr schönen Erfahrungen, ein eher schlechtes Ereignis in der Unit. Wir mussten einen Bericht schreiben und vor versammelten Mitarbeitern vortragen. Danach wurden wir von den Kollegen und dem Leiter der Unit evaluiert.  Dabei ist die Situation leider etwas ausgeartet und es wurden, teilweise sehr unverhältnismäßige, Anschuldigungen und Diffamierungen gegen uns vorgetragen, die nicht gerade von Wertschätzung und Respekt gezeugt haben. Während dieser, doch mitunter recht hitzigen Diskussionen sind auch einige Grundlegende Meinungsverschiedenheiten im Bezug auf die Erwartung an die Arbeit zutage getreten. Wir waren vor allem mit der administrativen Arbeit in der Vergangenheit unzufrieden gewesen. Die Entgegnungen darauf, allen voran von dem Leiter der Unit, waren inakzeptabel und zu Teilen sogar verletzend (letztlich sprach er unserer Arbeit jegliche Wertigkeit ab).

Nach intensiven Gesprächen und Auseinandersetzungen, hauptsächlich mit unseren jeweiligen Mentoren bin ich jedoch zu der Überzeugung gekommen, weiterhin Teil der Einheit zu bleiben zu wollen und zu einem größeren Puzzle beizutragen. Denn ohne Frage ist die Arbeit der Einheit sehr wichtig, da es immer noch ein großes Stigma gegenüber HIV gibt und auch einen großen Mangel an adäquater Aufklärung.  Diesen gibt es meines Erachtens nach übrigens auch ganz massiv in Deutschland.

Christopher hat sich dazu entschieden nicht mehr an der Universität zu arbeiten.

In meinem Fall haben wir uns nun auf einen aufgeteilten Tag geeinigt, zwischen etwas anspruchsvolleren Büroaufgaben vormittags und Arbeit in den Communities nachmittags.

 

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Den unbekannten Helfern

 

In einer Gruppe von fast zehn Leuten gehe ich die Hodson Road runter bis zur Nummer 21. Alle reden unentwegt auf mich ein, wo, wie und wann ich durch Retreat gehen sollte. Beinahe wäre es zum Kampf zwischen meinen Begleitern und unseren Verfolgern gekommen, so ist es bei zwei Schlägen geblieben. Eine junge, sehr schöne Frau, braune Haare, braune Augen, hoch gewachsen sagt, dass ich es als großes Kompliment auffassen müsse, dass sie mit mir mitgehe, denn in dieser Straße wohne ihr Exfreund. Das tragische: Diese Menschen werde ich nie wieder sehen. Eine ziemlich fundamentale und unumgängliche Tragik besteht ja ohnehin darin, dass man zu viele Menschen kennen lernen muss und zu wenige darf. Man hätte Nummern, wenigstens Namen austauschen sollen aber das ergibt sich aus vielen Momenten eben nicht.

Es war nicht das erste Mal, dass mir (oder uns) in brenzligen Situationen geholfen wurde. Sei es nur dadurch, dass Leute uns begleitet haben oder ihr Handy ausgeliehen oder andere kannten, die weiterhelfen konnten oder uns umsonst haben mitfahren lassen.

So schwerwiegend und prägend die Kriminalität auch sein mag. So oft es auch passiert, dass Leute versuchen einen abzuziehen. (In letzter Zeit wird es ein wenig seltener, man lernt damit umzugehen). Bei den meisten Gelegenheiten sind hilfsbereite Menschen zur Stelle, die einem zur Hand gehen, die es gut meinen, denen ihre Hilfe Herzensangelegenheit ist.

Da ich es ihnen persönlich nicht noch einmal übermitteln kann, symbolisch:

Ein großer Dank den unbekannten Helfern.

 

Zu Helfern im akuten Notfall wurden auch unsere Gasteltern als zwei Typen kürzlich in unser Zimmer einbrechen wollten. Als wir dann um 2 Uhr nachts schreiend aus unseren Betten sprangen, haben beide keine Mühen gescheut, uns ein vergleichsweise komfortables Gefühl zu geben, die Polizei zu rufen, noch draußen nach den Einbrechern zu suchen…

 

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South Peninsula High-School

 

Auch an der Schule haben sich einige Dinge verändert. Zuerst war da zu Beginn des neuen Schuljahres die Athletik Saison, während der einige Sportwettkämpfe stattfanden – innerschulisch sowie gegen andere Schulen. Besonders letzteres sorgte für großen Ehrgeiz. Ich selbst konnte bei der Präparation der Wettkämpfe an der Schule aushelfen.

Wesentlich wichtiger ist, dass mir die Junior Jazzband übertragen wurde, die ich nun einmal in der Woche anleiten muss. Das ist teilweise etwasspgebäude schwierig, da einige der Schüler schnell abgelenkt sind und man vielen das, was sie spielen noch einmal gesondert vormachen muss. Trotzdem macht es sehr viel Spaß und man merkt den langsamen Fortschritt der Band. Unser derzeitiges Repertoire umfasst Herbie Hankocks „Cantaloope Island“, das Lied „Feel Good“ der südafrikanischen Sängerin Lira, „Jailor“ von Asha, sowie den Cape Town Klassiker „Manenberg“ (benannt nach dem, extrem gefährlichen, Coloured Township) von Abdullah Ibrahim – alles in eher einfachen Versionen.

Seit Beginn des neuen Schuljahres habe ich auch einmal wöchentlich eine Deutschklasse, der ich einige Grundlagen der deutschen Sprache beibringen soll. Die Klasse hatte, jazzband von hintenals ich sie bekam, keinerlei Kenntnisse und so musste ich wirklich von null anfangen, was sich mitunter als schwer herausstellte. 30 Neuntklässlern eine Sprache beizubringen, von der sie keine Ahnung haben, die aber meine Muttersprache ist, in der ich also vieles selbst intuiitv entscheide, in einer Sprache, die nicht die meine ist; das ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Zumal Deutsch eine ziemlich komplexe Sprache jazzband von vorneist, allerdings gleichzeitig, wie ich auch noch einmal gemerkt habe, extrem schön, vielfältig und ausdrucksstark. In Englisch oder Afrikaans gibt es zum Beispiel nur einen Artikel und womit die Klasse auch kurzzeitg Probleme hatte war, Verben zu konjugieren. Im Englischen werden die Verben (außer das „s“ in der 3. Person Singular und das Wort „to be“) nicht konjugiert, ebensowenig in Afrikaans. Auch sind die Leistungsstände zwischen den Schülern sehr unterschiedlich und einmal in der Woche Unterricht ist natürlich zu wenig, um eine Sprache richtig zu lernen. Ein wenig kann ich vielleicht ehemalige Lehrer von mir selbst besser verstehen oder ihre Arbeit besser würdigen.

Trotz allem ist es eine tolle Erfahrung, diese Klasse zu haben, denn ich bereite die Stunden gut vor und die meisten Schüler sind wirklich wissbegierig und haben Freude am Unterricht, den ich so unkonventionell wie möglich zu gestalten versuche (angeschrien und frontal gedemütigt werden die Schüler schon oft genug).

Auch sind ein paar neue Schüler mit Musikschwerpunkt auf der Schule, einige davon extrem begabt und auch ständig am üben, sodass das Music Department sehr bereichert wurde.

 

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Feuer

 

Im Februar diesen Jahres erlebte ich den heißesten Tag meines bisherigen Lebens. Die höchste Temperatur, die ich an jenem Tag am eigenen Leib zu spüren bekam waren 43 °C. Im Rahmen einer Recherche war ich mit einigen Kollegen in Philipi, Daten in einer Schule sammeln (deren Schulleiter verdächtig nach Biggie Smalls aussah). Dazu gehörte auch, schwere Boxen in das Schulgebäude zu schleppen. Man stelle sich die Anstrengungen vor… Einige weitere Tage mit extremer Hitze und Trockenheit folgten.

Zwischen Ende Februar und Anfang März brachen die ersten Feuer in Muizenberg, unweit von Retreat aus. Wenn man aus unserem Fenster schaute, konnte man sie sehen, ein beeindruckendes Schausfeuerpiel, insbesondere in der Nacht. So würde man sich etwas folkloristisch die Höllenfeuer vorstellen – rötlich-orange, wallende Streifen in den Bergen, im Schwarz der Nacht. Mitunter kam sogar die Asche bei uns in Retreat herunter und als ich einmal in Muizenberg surfen war, konnte man den Rauch buchstäblich allgegenwärtig in der Luft riechen.

Schnell verbreiteten sich die Feuer rund um Kapstadt und kamen vielen Wohnhäusern gefährlich nahe. Auch der Tokai Forest, benachbart von Retreat fing Flammen und die Paviane flohen aus dem Wald in die Wohngebiete.

Normalerweise werden die Feuer sogar manchmal kontrolliert gezündet, da die Fynbosgewächse ihre Samen nur bei extremer Hitze freigeben. Fynbos ist eine, zum Cape Florenreich gehörende, Pflanzenart, die nur im südlichen Afrskelett 1ika beheimatet sind. verbrannter baumstaumZu ihr gehören zum Beispiel auch die Protea, die Nationalblume Südafrikas (nach der das südafrikanische Cricket Team auch benannt ist, das kürzlich bei den Weltmeisterschaften in Neuseeland sehr gut abgeschnitten hat).

Diese Feuer allerdings waren nicht intendiert und wurden wahrscheinlich durch achtlos weggeworfene Zigaretten und Glasflaschen (die als Linse gewirkt haben) ausgelöst.

 

Es dauerte ungefähr zwei Wochen bis die Feuer vollends gelöscht waren; teilweise hatte man sich sogar schon an die Rauchschwaden nahe den Bergen gewöhnt.

Anderthalb Monate später habe ich eine Wanderung in Kalk Bay unternomverbranntesmen, durch eines der Gebiete, die stark verbrannt worden waren (s. Bilder). Den Anfang der Wanderung unternahm ich mit Anwohnern die ich zufällig getroffen hatte und die mir versicherten, dass wenn ich aufpassen würde, trotz des eher halblegalen Zutrittsstatus, nichts passieren würde. Als man dann die ersten Steine hochgeklettert war, breitete sich auch schon eine Fläche weit und breit um mich aus, die im Aussehen postapokalyptischer kaum hätte sein können. Weiße Asche auf dem Boden, shinterland 2chwarze ausgebrannte Baumstümpfe, hinterlanddie aus dem Boden herausragten, hier und da ein grüner Farn, der sich durch die Erde schob und das unwirtliche Bild seltsam belebte. Es kam mir vor, als würde ich durch einen Wald aus schwarzen Skeletten gehen. Das ganze Bild war schwarz-weiß, eine Mondlandschaft, eine zurückgelassene Wüste, bei all dem wegSchaden der angerichtet worden war doch faszinierend und beeindruckend anzusehen. Die Wanderung selbst war auch großartig. Mit Allem, was dazu gehört: einer langen Strecke, die man über Felsen klettern, einer kurzen, in der man durch Höhlen kriechen und dem ganzen Weg, auf dem man sich anstrengen musste. Seltsamerweise ist ein, etwas sumpfiges, Waldstück mitten innerhalb der Berge verschont geblieben, sodass man beim Ausblick, in die aschfahlen Felsen vor dem tiefblauen Meer manchmal einen grünen Fleck erblickte. Als ich dannskelett 2 durch das Wbaumstammaldstück durchmusste, schlug die Atmosphäre plötzlich um: alles wirkte wesentlich lebhafter.

Auf dem Pass angekommen, konnte ich das ganze, geisterhaft leere, bergige Inland überblicken. Da ich außer am Anfang der Wanderung komplett alleine war, auch ein tolles Gefühl; eine gewisse Klarheit, ein Vertrauen auf die eigene Intuition.

Als ich nach langem Abstieg wieder unten angekommen war, zitterten meine Beine und ich musste schleunigst zum Bahnhof, da es anfing dunkel zu werden.

 

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Kontakte

 

In den letzten Monaten hatte ich die meiste Zeit sehr viel Spaß. Ohne Frage, man kann auch alleine Spaß haben. Besser geht es aber in der Regel mit anderen Menschen. Hier habe ich mittlerweile viele nette und freundliche Menschen kennengelernt, von denen ich einige als Freunde bezeichnen würde.

Am vergangenen Samstag war ich zum Beispiel auf einem 21. Geburtstag in Vredenburg, 140 km nordwestlich von Kapstadt. Eine riesige Party, da der 21. Geburtstag in den meisten Bevölkerungsgruppen traditionell als echter Eintritt in die Volljährigkeit gesehen wird.  Als „Mlungu“ (Weißer) war ich in dem Township in dem die Feier stattfand eine besondere Attraktion und es war die reinste Freude mit den Peer Eds zu feiern.

Mit der Musiklehrerin Mrs. Gordon war ich vor Kurzem auf einem Jazz Jam im „Great Wizoo“, einer Jazzbar in Rondebosch.  Es haben einige der besten Jazzmusiker Kapstadts gespielt und die Improvisationen prasselten nur so kaskadenartig durch die verschiedenen Tonarten, in einer ekstatischen Schnelligkeit, bei der man nur staunen konnte.

In einer ekstatischen Schnelligkeit verfliegt zumeist auch die Zeit und so lange das im Großen und Ganzen so bleibt, bin ich mit den Umständen sehr zufrieden.

 

farn

Veröffentlicht in Kapstadt, Südafrika