Leben in Suedafrika 2

Huhu,

ich melde mich mal wieder. Doch bevor ich anfange, muss ich etwas richtig stellen. In meiner vorherigen Mail habe ich geschrieben, dass Emely eine meiner Gastschwester ist, doch das stimmt nicht. Meine Gastschwester bezeichnet ziemlich viele Leute als Schwester oder Bruder. Doch damit sind lediglich gute Freunde gemeint. Ich wusste das zwar, habe aber gefragt ob das jetzt ihre echte biologische Schwester ist und sie meinte ja. Also gab es schon ein erstes kleines Missverständnis.

 

Was ist die letzten zwei Wochen passiert?

 

Wir haben uns eine Menge Projekte angeguckt und für eins davon sollen wir uns am Ende dieses Monats entscheiden. Die erste Woche haben wir uns Projekte in dem Township Mabopane angeguckt. Das ist der auch der Township in dem ich lebe. Am Montag waren wir in einem Zentrum für behinderte Menschen. Dort könnte man tagsüber Projekte anbieten, zum Beispiel werden dort Picknickkörbe aus so einer Art Bast hergestellt.

Am Dienstag waren wir in einem Health-Center, also einem Gesundheitszentrum. Dort wurden verschiedene Projekte angeboten, wie eine Suppenküche für alleinerziehende Mütter, oder eine Kinderkrankenpflege für Zuhause. Am Mittwoch haben wir Yvonne kennen gelernt, sie leitet ebenfalls verschiedene Projekte. Zum einem ein Mathe – und Naturwissenschaftenprojekt, dann noch Berufsfindungsprogramm und ein Krebsprogramm. Die Menschen hier vor Ort wissen ziemlich wenig über Krebs und haben Angst zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Besonders verbreitet ist hier Brustkrebs.

In der zweiten Woche haben wir uns Projekte in Ga-Rankuwa angesehen. Das ist der Ort, in dem die anderen beiden Freiwilligen wohnen. Zuerst haben wir einen Kindergarten besichtigt. Der hat mir ziemlich gut gefallen, allerdings müsste ich dann jeden Morgen mit einem Taxi dahin fahren. Aber bisher ist es mein Lieblingsprojekt. Außerdem haben wir uns ein „skill-Center“ angeschaut. Da können Jugendliche hingehen und an ihren Fähigkeiten arbeiten. Es gibt zum Beispiel einen kleinen Computerraum, eine Kulturgruppe, eine Recyclinggruppe und noch einige mehr. Als letztes Projekt wurde uns das Noah-Center vorgestellt. Dort kommen die Kinder nach Schule hin, bekommen eine warme Mahlzeit, machen ihre Hausaufgaben und können dann an verschieden Nachmittagsangeboten teilnehmen. Das hat mir auch gut gefallen.

 

Was habe ich bisher sonst noch erlebt?

 

An den Wochenenden ist meist kein Programm, sondern der Samstag ist als freier Tag und der Sonntag als Familientag eingeplant. Am ersten Wochenende war ich auf einer Hochzeit. Das fand ich ziemlich interessant, aber es war auch ganz schön anstrengend, denn wir waren 9 Stunden unterwegs. Hier in Südafrika ist es der Brauch, dass man nach der Zeremonie zum Haus der Braut fährt, dort speist und feiert und anschließend zum Haus des Bräutigams fährt und dort ebenfalls speist und feiert. Also kann man sich ausmalen, dass es sehr lange dauert. Aber es ist immer was los und man hat nie Langeweile.

Am zweiten Wochenende war ich mit meiner Gastschwester Tshokologo und Emely den ganzen Tag shoppen. Sie haben mir ein Einkaufsviertel mit dem Namen „Marabastard“ gezeigt. Dort gibt es ganz viele kleine Läden, die ganz eng und dicht nebeneinander stehen. Überall laufen Händler herum und versuchen dir ihre Ware anzudrehen und an den Gemüseständen werden die Angebote um die Wette verkündet. So wie richtige Marktschreier. Das war alles ziemlich beeindruckend und ich habe mich gefühlt, als wäre ich vollständig in eine andere Welt eingetaucht.

Am dritten Wochenende war ich mit meiner anderen Gasschwester Abueng und ihrem Sohn, sowie noch einigen Bekannten der Familie in einem Freizeitpark. Der war ziemlich voll und man die Warteschlange für den Ticketverkauf war total lang. Zuerst musste man durch so einen Scanner laufen, durch solche, die auch immer am Flughafen stehen und dann wurden die Taschen kontrolliert. In dem Freizeitpark waren eine Menge weiße Afrikaner, die alle Afrikaans gesprochen haben. Leider musste man bei den Fahrgeschäften ziemlich lange in der Schlange stehen, um dann maximal 2 Minuten Fahrspaß zu genießen. Wir waren ungefähr 4 ½  Stunden da und sind mit 7 Fahrgeschäften gefahren. Mir ist aufgefallen, dass es pro Fahrgeschäft meist nur einen Wagon gibt, also besonders bei den Achterbahnen. Ist das in Deutschland auch so? Ich kann mich erinnern, dass es meisten 2 oder sogar 3 Wagons in einer Achterbahn gibt.

Ja und gestern (25.09.12) war ich hier im Zoo und war erstaunt welche Tiere es hier zu bestaunen gibt. Eigentlich unterscheidet sich der Zoo nicht viel von einem deutschen Zoo, allerdings ist der Eintritt wesentlich günstiger und die Tiere haben relativ große Gehege. Welche Tiere es hier aber nicht zu bestaunen gibt, waren Eisbären und Pinguine. Wahrscheinlich ist es einfach zu warm für die! 😀

Jetzt habe ich euch schon wieder eine ganze Menge erzählt und ihr seid so ziemlich auf dem neusten Stand der Dinge. Vielleicht noch kurz etwas zu dem Wetter: Meistens scheint hier jeden Tag die Sonne und es sind so um die 29°C. Der Unterschied zu Deutschland ist, dass es hier dabei trocken ist und es dadurch einem nicht immer ganz so war vorkommt. Und je nachdem in welcher Stadt man sich befindet, ist es auch ziemlich windig. Dadurch ist es ziemlich angenehm. Aber durch den Wind bemerkt man nicht, dass man sich einen Sonnenbrand einfängt. Ich hatte bisher Glück, aber mein Gesicht hat schon etwas rötliche Farbe abbekommen. Also heißt es demnächst, Sonnencreme nicht vergessen! J

So meine Lieben, ich wünsche euch jetzt allen eine schöne Woche und ich sende euch mal ein paar warme Sonnenstrahlen nach Hause, denn ich habe gehört, es regnet bei euch inzwischen wieder ziemlich viel.

Achja, wenn ihr Fragen habt, ich beantworte sie euch gerne, allerdings kann das einige Tage dauern, denn ich gehe meistens nur einmal die Woche in das Internetcafé.

Ganz liebe Grüße und bis bald, es folgen wieder ein paar Fotos! 🙂

eure Malin

Ich Ixh auf der Hochzeit/

 

 

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8 Kommentare zu “Leben in Suedafrika 2
  1. Lea Mardink sagt:

    Hallo Gitta! Meine Schwester ist grad auf deinen Blog gestoßen und hat mir den Link geschickt. Ich bin seit September auch in Mabopane Block B. Ich arbeite als Freiwillige im Zoo. Ist das Foto im Morula Sun entstanden? Ich bin mir ziemlich sicher die Hochzeit gesehen zu haben 😀 Die gelben Kleider kommen mir sehr bekannt vor. Ganz liebe Grüße !

  2. Gitta sagt:

    Moin Malin!

    Meine Jungs haben mir mein anmelden geholfen. Ich kriege bei solchen Sachen ja regelmäßig eine Nervenkrise.

    Ich finde deine Berichte einfach spannend. Toll, was du so alles erlebst. Reni hat mir schon ein wenig aus deinem Kindergartenalltag erzählt. Da gibt es ja große Unterschiede zwischen den Staaten. Vielleicht kannst du auch mal ein paar Fotos von den Kindern schicken.
    Viele weitere tolle Erlebnisse wünscht dir Gitta.
    Liebe Grüße auch von meinen drei Männern.

    • Malin Veenhuis sagt:

      Hallo Gitta,
      Ich bin schon dabei, aber das ist alles gar nicht so einfach von hier.
      Ich habe jetzt ein Handy, mit dem ich in das Internet kann, aber ehrlich gesagt, bin ich damit noch etwas ueberfordert. Aber ich hoffe, dass ich es bald kann! 🙂
      Liebe Gruesse zuruck, Malin

  3. Marina Heuermann sagt:

    Hi Malin,
    Das ist ja alles sehr spannend, was Du so schreibst…:-) Die Bilder sind auch nett. In welcher Sprache unterhältst Du Dich eigentlich mit den Leuten? Ich muß jetzt öfter mal an meine Zeit in Tansania denken, wenn ich Deine Zeilen so lese.
    Hier in Deutschland ist es natürlich nur halb so spannend. Ich habe gerade Urlaub und fahre in der nächsten Woche ein paar Tage in den Harz. Meine Eltern sind gerade dort und mein Bruder mit dem kleinen Luca kommt dann auch. Also, ich wünsche Dir viele interessante Erfahrungen und Begegnungen und freue mich auf Deine nächsten Zeilen. Viele liebe Grüße Marina

  4. Reni Veenhuis sagt:

    Liebe Malin,
    gestern Abend war ich in Aurich und habe mit den Chorleuten von „Neue Töne“ zusammen gesessen, die am 21. Oktober im Golden Yourth Club in Johannesburg spielen. Ich habe ihnen alle möglichen, von die „bestellten“ Sachen mitgegeben, hoffentlich bringen sie alles unter, es war dann doch ganz schön viel. Damit sie dich erkennen habe ich ihnen das obige Foto von der Hochzeit gezeigt. Alle sind tief beeindruckt von deinem Einsatz und freuen sich darauf, dich kennen zu lernen. Ich habe Ihnen gesagt, sie sollen dich ganz dollte drücken!
    Bin gespannt wie das wird und welche Fotos ich dann zu sehen bekommen.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende mit Sarah“
    Ganz liebe Grüße
    Reni

  5. Hilde sagt:

    Hi,Malin schön dich zu lesen und deine Fotos zu sehen unsere Hochzeit war Super. Schade, dass du nicht dabei sein konntest. Aber ich denke, dass du sicher ein paar Fotos bekommst. Am nächsten Wochenende sind holger und ich bei Lilas Taufe in Dietlingen. Nächste Woche habe ich etwas mehr Zeit zum Schreiben. Liebe Grüße von Hilde und holger.

  6. Ute sagt:

    Hi Malin, ich bin zum ersten Mal auf deinem Blog und fand es schön, auch ein paar Fotos zu sehen. Ich freue mich schon darauf, die südafrikanische Landschaft auf Fotos zu entdecken! Du warst ja zur Hochzeit ziemlich lange unterwegs und hast bestimmt einen guten Eindruck von der Gegend dort bekommen. Das finde ich alles wahnsinnig spannend.. aber ich bewundere auch deinen Mut und deine Offenheit und ich kann mir vorstellen, dass von dir ganz schön viel Anpassungsfähigkeit verlangt wird – und das sicher erst mal fast täglich, oder?
    Und dann bin ich neidisch wegen der Sonne: heute haben wir hier 12°C und – wie sollte es anderes sein – Regen. So’n richtig gemütliches „Heißer-Becher-Tee-Wetter“. Da weiß man mal wieder, warum die Ostfriesen solche Teetrinker sind 😉
    Also tanke Sonne, so viel du kannst!
    LG
    Ute

  7. Heidi Veenhuis-Freitag sagt:

    Liebe Malin, ich habe deine Nachrichten auf dem Blog gefunden. Es ist ja irre, was du schon alles erlebt hast. Ich kann gut nach vollziehen, dass die Kindergartengruppe, oder die Schülerbetreuung dich am meisten gereizt haben. Bin gespannt weiter von dir zu lesen. Liebe Grüße von Heidi Veenhuis-Freitag