Südafrika Update (Februar/März)

Ich glaube, es ist mal wieder Zeit euch ein bisschen zu updaten, sehe ich das richtig? Ich weiß schon gar nicht mehr, wann ich den letzten Eintrag geschrieben habe. Das musste ich gerade erst Mal nachgucken. Also über den Kapstadt-Urlaub seid ihr schon informiert. Aber jetzt ist ja schon fast Anfang April und wieder eine Menge passiert.

Mitte Februar war das Zwischenseminar in Pieter Maritzburg und ich freute mich auf den Austausch mit anderen Freiwilligen. Ich hatte nur einige Bedenken, weil ich ja überhaupt nicht religiös bin, war aber auch gespannt, wie ich das werden würde. Um es gleich zu sagen, ich war total positiv überrascht. Ich habe Religion nie auf diese Weise kennen gelernt und mir haben die abendlichen Andachten, das Singen und das Beten gefallen. Denn Das Zwischenseminar wurde nicht von unserer Organisation, also dem VNB (Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen), sondern vom ELM (Evangelisches –lutherisches Missionswerk) organisiert und durchgeführt. Die Woche vor unserem Seminar hatten die Freiwilligen dieser Organisation ihre Austauschwoche, sodass auf unserer keine Freiwilligen von dem ELM da waren.
Das war ein bisschen Schade, da dies Freiwillige gewesen wären, die bei mir mehr in der Umgebung gewohnt hätten (Pretoria, Johannesburg). Auf unserem Seminar kamen doch recht viele aus Kapstadt und Umgebung, so dass ein Besuch zwar möglich ist, aber man dafür auch wieder länger frei haben muss.
Insgesamt waren wir 21 Freiwillige und 2 Teamerinnen, die sich 5 Tage lang ausgetauscht, miteinander diskutiert, Tipps und Ratschläge gegeben haben, aber auch in Einzelgesprächen die Chance hatten, nochmal Erfahrungen oder Probleme genauer zu erörtern.

An erster Stelle stand natürlich der generelle Austausch von Erfahrungen und dazu hat sich jeder einmal kurz vorgestellt, aber auch seine Arbeitsbereiche und Wohnsituation beschrieben. Wie auf jedem Seminar folgten einige Teamspiele, um das Vertrauen und den Zusammenhalt in der Gruppe zu stärken. Die erste Aufgabe an uns war, die Erwartungen an das Zwischenseminar aufzuschreiben und welche Themenbereiche wir gerne ansprechen und bearbeiten möchten. Letztendlich hatten wir dann ein Programm, in dem alle Themen integriert waren. Damit ihr einen Überblick habt, hier einmal die Themen oder Fragestellungen, mit denen wir uns beschäftig haben.

1. Welche Gaben habe ich an mit schon entdeckt?
2. Herausforderungen, die ich bisher hatte und wie ich mit ihnen umgegangen bin
3. Kommunikation und Missverständnisse
4. Welche Begegnungen waren uns besonders wichtig oder haben uns geprägt und warum?
5. Was will ich in meiner verbleibenden Zeit noch erreichen? Einmal für mich persönlich und im Projekt, aber auch für mein soziales Umfeld.
6. Abschied in Südafrika und Ankunft in Deutschland
7. Welche Wünsche oder Kriterien haben wir an unsere Organisation?

Besonders nützlich und ebenfalls sehr interessant und spannend war, dass wir immer in unterschiedlichen Kleingruppen die Themen und Fragestellungen bearbeiten haben, um sie dann später in einem größeren Plenum vorzustellen und zusammenzufassen. Zwischendurch gab es auch mal Einzelarbeiten, die dann später wieder in Kleingruppen vertieft wurden. So hatte man die Gelegenheit, in der doch relativ kurzen Zeit sehr viel von den anderen zu erfahren und einen guten Überblick zu bekommen.
An der Verpflegung wurde nicht gespart und so gab es fast alle drei Stunden eine Pause und auch die eine oder andere Kleinigkeit zu essen (8.00 Uhr Frühstück, 10.30 Uhr Teepause mit Gebäck, 12.30 Uhr Mittagessen, 15.00 Uhr Teepause mit Gebäck und um 18.00 Uhr Abendessen).Die vielen Pausen, immer mit einem Snack machten den Einstieg in die Arbeitswelt nicht ganz so leicht…

Nach dem Seminar sind Sarah (Mitfreiwillige) und ich dann noch für das Wochenende nach Durban gefahren und haben ein bisschen Urlaub genossen. Der Ozean war im Gegensatz zu Kapstadt richtig warm und ich habe mich stundenlang im Wasser aufgehalten.

An der Arbeit ist alles bestens. Ich fühle mich in den Projekten pudelwohl und merke wie schnell die Zeit vergeht. Das Unterrichten macht Spaß und ich muss ich mir jetzt schon überlegen, was ich mit den Kindern noch erreichen will. Im Kindergarten mache ich gerade mit den Kindern Musik. Das heißt ich singe mit ihnen und wir machen auch gemeinsam mit Instrumenten musik. Denn der Kindergarten hat eine Musikbox mit einigen Instrumenten wie Triangeln, Rasseln, Glockenringe, Schlaghölzer etc. bekommen. An einem Tag habe ich den Kindern das Lied „Gulli gulli ram sam sam „ beigebracht. Das kennen bestimmt einige von euch. Eigentlich hatte ich gehofft, die Kinder vergessen das Lied bis zur nächsten Woche, doch da hatte ich mich gewaltig geirrt. Als ich nach einer Woche wieder in das Klassenzimmer kam, fingen sie von ganz alleine an das Lied zu singen. Jetzt muss ich mir was Neues ausdenken. 😀

Seit einer Woche habe ich Ferien und genieße meine freie Zeit.
Heute am K- Freitag hat mich meine Gastschwester Tshokologo überredet mit in die Kirche zu gehen, doch nach 2 ½ Stunden habe ich mich verabschiedet und gesagt, ich will nach Hause. Es war wirklich interessant, aber wenn man nicht sonderlich viel versteht, oder sagen wir mal gar nichts, dann wird es relativ schnell langweilig. Es war aber kein Problem eher zu gehen, denn die Tür stand die ganze Zeit offen, da es ein ständiges Gehen und Kommen war. Zwischenzeitlich waren so viele Menschen in der Kirche, dass ich mich fragte, wo die denn alle sitzen sollen. Doch Südafrikaner finden immer für alles eine Lösung und so wurden Kinder auf den Schoß genommen und die Sitzplätze mit Plastikstühlen erweitert. Dabei habe ich mich gefragt, ob die Kirchen in Deutschland an einem K-Freitag auch so voll sind? Kann mir das jemand beantworten?

Ostern wird hier ebenfalls nicht so groß gefeiert wie in Deutschland. Man kann zwar auch wieder Alles (Schokoladenhasen, gefärbte Eier, Osterdeko…etc.) in den Supermärkten finden und kaufen, aber ich habe noch keinen >>Schwarzen<< diese Dinge kaufen sehen. Aber es kann natürlich trotzdem sein. Ich habe meine Augen ja nicht überall. Aber als wir (Janneke und ich) eine deutsche Familie besucht haben, war die jüngste Tochter gerade damit beschäftigt Eier auszupusten, um sie dann später zu bemalen.

Also meine Lieben, ich hoffe auch ihr habt schöne Ostertage und an die in Deutschland: Ich schicke euch ganz viel Sonne, damit es bei euch endlich mal wärmer wird und der Frühling endlich beginnen kann. Ist doch schon verrückt, dieses Wetter? Ostern noch Minusgrade und Schnee…also wirklich.
So, das war es von mir, bis ganz bald, fühlt euch gedrückt und ich freue mich über den einen oder anderen Kommentar.

Eure Malin Boitumelo Ramela

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