Die ersten Tage in Südafrika

Hier erstmal etwas über meine Ankunft in Südafrika.

Sobald ich mich für ein Projekt entschieden habe,kommt noch mehr =).

Die Reise nach Südafrika

Mein erster Flug war sowohl aufregend als auch anstrengend. Anstrengend waren vor allem ein halbes Dutzend an Check-Ins, Pass- und Gepäckkontrollen. Doch zusammen mit dem Menschengewirr in kilometerlangen Gängen machte genau das auch meine Aufregung aus. Mir gefiel die Vorstellung, dass die vielen Menschen um uns herum bald in aller Welt verstreut sein würden. Auch wir wären dann im gut 9000 Kilometer entfernten Südafrika. Der Langstreckenflug selbst war mit seinen Filmen und Videospielen wirklich angenehm. Alle zwei Stunden wurden uns Lunchpakete von unnatürlich lächelnden Stewardessen angeboten.

Am Flugende waren wir dann doch froh, uns wieder frei bewegen zu können. Endlich standen wir auf südafrikanischen Boden! Neugierde auf das Land, welches mir früher immer so fern erschien, aber auch Nervosität stiegen in mir hoch.

Ankunft in meiner zweiten Familie

Die Begrüßung im Flughafen von Johannesburg war sehr herzlich und dämpfte meine aufsteigende Nervosität ein bisschen. Eine kleine Gruppe von Letsema Mitarbeitern und Familienangehörigen erwartete uns bereits. Wir mussten mit unseren vollbeladenen Gepäckwagen und den Flughafen absuchenden Augen wirklich etwas verplant gewirkt haben. Im Begrüßungskomitee waren auch unser Südpartner Molefe und Nonos (Nunu), die Enkelin meiner Gastmutter mit ihrem Ehemann. Nach vielen Umarmungen fuhren mich Nonos und ihr Mann zu meiner Gastfamilie nach Ga Rankuwa (Towship nahe Pretoria).

Vorher machten wir aber noch einen kurzen Abstecher durch Pretoria, da sie mir die Skyline zeigen wollten. Als wir beim Haus ankamen war es schon kurz vor Mitternacht und meine Gastfamilie schien für mich nochmal aufgestanden zu sein. Doch sie wussten wohl, dass ich nach dem langen Flug ziemlich geschafft war und auch sie sahen etwas müde aus. So zeigten sie mir nach einer kurzen, aber sehr einladenden Begrüßungsrunde mein Zimmer.

In den nächsten Tagen lernte ich sie als eine sehr freundliche und offene Familie kennen. Doch obwohl sie mir stets „This is your home, feel free“ sagten, brauchte ich bei all den neuen Eindrücken einige Tage um mich einzuleben. Ich war in der Nacht meiner Ankunft leider viel zu nervös und erschöpft um mir Namen oder Verwandtschaftsbeziehungen zu merken. Aber auch das holte ich in den darauffolgenden Tagen nach.Bei einer Südafrikanischen Großfamilie ist das allerdings gar nicht so leicht. Meine Gastschwester Potjolo (Putschulu) half mir dabei.

Ein kleiner Überblick über meine Verwandschaft.

Viele Angehörige meiner Gastfamilie haben zwei Namen:Ihren offiziellen Namen und eine Art Kosenamen, den ihre Verwandte. ihnen in ihrer Kindheit gaben. Auch ich habe einen zweiten Namen in Zetswana bekommen.Er heißt „Tschegofatso“, was so viel bedeutet wie „God blessed – von Gott gesegnet“.

Auf unserem Grundstück wohnen mit mir sechs Personen. Meine Gasteltern nennen wir Koko (Oma) Dolly und Daddy Steve. Beide sind genau 70 Jahre alt und sind hier der Mittelpunkt der Familie. Koko Dolly ist sehr zuvokommend und war mir in den ersten Tagen eine große Hilfe beim Einleben in der fremden Umgebung. Steve arbeitet im politischen Center für Ga Rankuwa, in dem auch Molefe sein Büro hat. Es ähnelt einer Gemeindeverwaltung ist aber auch ein Gebäude für verschiedene Fortbildungen und Informationsveranstaltungen. Er ist für mich da, wenn ich Fragen zur Stadt oder zum Township habe und hat auch einen Sinn für Humor.

Meine Gasteltern haben zwei erwachsene Töchter und mehrere EnkelInnen.Im eigentlichen Haus wohnt ihre Enkelin Potjolo. Sie hat eine sehr offene, witzige Art und nimmt mich mit zu Freunden und Nachbarn. Mit ihr verbringe ich die meiste Zeit wenn sie nachmittags von ihrer Ausbildung zur Krankenschwester wiederkommt. Während sie mir Zetswana beibringt, übe ich mit ihr Deutsch. Sie überrascht mich immer wieder mit ein paar deutschen Wörtern, die sie bereits von Zara gelernt hat, die vor mir in meiner Gastfamilie war.

Precious/Mbembe und Samuel sind weitere EnkelInnen und wohnen auch bei uns. Ihr Zimmer haben sie jedoch in einem kleinem Nebengebäude direkt neben dem Wohnhaus. Precious ist wie ich auch eine Freiwillige unter Letsema und besucht zusammen mit uns und Molefe verschiedene Projekte.Ihr Bruder Samuel ist zwölf Jahre alt und wird zum Ende des Jahres auf die High School kommen.

Beinahe jeden Tag kommen weitere Verwandte, Nachbarn und Freunde zu Besuch, sodass die Familie für mich jeden Tag ein Stück größer wird.

Das war es erstmal von mir, viele Grüße aus Ga Rankuwa

Sarah

 

 

Getagged mit: , , , , , , , , ,
2 Kommentare zu “Die ersten Tage in Südafrika
  1. Mariana sagt:

    Liebe Sarah, es freut mich das soweit alles glatt gelaufen ist bei dir und deinem neuen Umfeld!

    Lass dich ganz fest drücken von mir!

    Liebe Grüße aus Braunschweig 🙂

  2. YES, Nachricht von Sarah!
    Schön, dass es dir bisher gutgeht, du Gesegnete.^^
    Gib deinen Segen schön weiter, kannst du ja gut.
    Freu mich schon auf mehr Nachrichten. <3