Aus den Dschungel in den Dschungel oder….wenn die Schwester zu Besuch ist

Aus den Dschungel in den Dschungel oder auch..wenn die Schwester zu Besuch ist.

 

Heute ist der letzte Tag des 3-wöchigen Besuches meiner Schwester hier in Nicaragua. Natürlich ging es viel zu schnell vorbei und natürlich hätte ich mir ein bisschen mehr freie Zeit gewünscht, aber trotzdem haben wir viel gesehen, erlebt, gelacht und….gegessen.

Am Freitag den 09.11.12 kamen Franzi und Linda in Managua an und ich habe sie mit Alex (dem Fahrer meiner Organisation) abgeholt. Für ihn, obwohl er selbst gross ist, ist Franzi gefühlte 2m gross und somit beschloss er, dass sie vorne sitzen darf/muss damit sie Beinfreiheit hat, da wir nur mit einem Jeep da waren, der hinten eher nicht so viel Platz hat. Somit begann das erste Abenteuer mi fremden Land für die beiden. Linda und ich hinten sitzend mit dem ganzen Gepäck auf dem Schoss und frischem Fahrtwind im Haar. Ja, man glaubt es kaum, aber das es schon nachts war (20 Uhr) haben Linda und ich tatsächlich während der Fahrt gefroren.

Zuhause angekommen kurze Begrüssung mit meiner Gastfamilie, die so nett war und erlaubt hat, dass die beiden bei uns schlafen können und sogar ein eigenes Zimmer für sich hatten. Kleine Mitbringselübergabe an meine Gastmama, die sich glaube ich vorallem über die Schokolade sehr gefreut hat, aber auch über die kleinen Spängchen für sich und das Kind.

Dann durften die beiden sich auch erstmal ausruhen und Schlafengehen.

Durch die ungewohnte Hitze hat das mit dem Ausschlafen auch nicht so richtig geklappt und nach ein paar Erledigungen zu Fuss fanden sich die beiden auch schon im Bus Richtung Busbahnhof wieder und dort angekommen in einem der gelben (oder vielleicht auch schon angemalten) amerikanischen Schulbusse wieder, die hier als Überlandbusse genutzt werden. Auf nach Chinandega zu Nele…

Dort haben wir uns auch erstmal mit Früchten versorgt und uns zum Mittag eine leckere Wassermelone gegönnt.

Das eigentlich Programm begann aber erst am nächsten Morgen nach einer eher schlaflosen Nacht zu viert in Neles Zimmerchen. 03:30 holte uns der Ausflugsbus ab, um in den Norden des Landes an die Grenze zu Honduras zu fahren. Dort, in Somoto, gibt es einen Canyon, den wir uns angeschaut haben.

Von El Viejo ging es erstmal 4 h Richtung Norden und da alle Fenster im Bus auf waren, mussten wir uns mit unseren Handtüchern zudecken, da es richtig kalt war und weil wir nicht damit gerechnet hatten, hatten wir auch nur Handtücher dabei, aber eigentlich aus einem anderen Grund.

Der Tag dort war aber letztendlich sehr schön. Wir mussten einen Fluss durchqueren, an Kühen vorbei, mit Ruderbooten bis hin zur Schlucht. Nele und ich haben dort noch eine Luftreifentour gemacht, um noch etwas mehr von der Schlucht zu sehen.

Auch die Nacht von Sonntag auf Montag hatten wir nur wenig Schlaf, da wir um 5 Uhr morgens mit dem Bus fahren mussten, um zurück nach Managua zu gelangen. Ich musste arbeiten und Franzi und Linda durften sich dann endlich auch mal von ihrem Flug erholen.

Den Rest der Woche musste ich arbeiten bis einschliesslich Samstag (aber nur den halben Tag). Franzi und Linda haben sich ein paar Sachen um Managua angeschaut, inkl. Lagune, Strand und schöner Aussicht und abends haben wir uns immer woanders ein Abendessen schmecken lassen mit typisch nicaraguanischem, veganem oder selbstgekochtem.

Samstag Mittag nach der Arbeit sind Nele und ich schnell den anderen nach Masaya gefolgt. Dort konnten wir noch nachträglich sehen, was die anderen schon am Vormittag erleben durften: ein Faultier mitten in der Stadt. Wie wir beiden standen auch mehrere andere Leute und starrten das Tier fasziniert an und machten Fotos. Der eigentliche Plan wurde dann nach dem Starren fortgesetzt. Es stand eine nächtliche Tour auf dem Vulkan von Masaya an. Nach einigen Komplikationen beim Bezahlen und Fortbewegunsmittelsuchen haben wir es pünktlich zur Tour und viel wichtiger zum Sonnenuntergang auf den Vulkan geschafft. Die 2-stündige Tour führte uns nicht nur am Krater vorbei zur Aussicht aufs nächtliche Masaya, sondern auch in eine Fledermaushöhle und in eine Schwefeldioxodwolke, die uns alle schön zum Husten brachte, aber wir durften alle mal brav in den Krater reinschauen, um dann auch möglichst schnell wieder aus der Wolke zu verschwinden. War echt ein bisschen gruselig was so eine Wolke mit einem anstellen kann. Damit war das Abenteuer Masaya auch zuende. Wir gönnten uns ein Abendessen und amüsierten den Kellner mit all unseren Fragen zum Menü. Sonntag haben wir Franzi und Linda in den Bus nach Granada gesetzt und sind selbst zurück nach Managua gefahren.

Meine Arbeitswoche ging dann nur bis Donnerstag und 6 freie Tage mit Franzi und Linda erwarteten mich. Freitag früh bin ich schnell in den Bus gehopst Richtung Süden nach San Juan del Sur, wo Franzi und Linda schon auf mich warteten.

Da die beiden dort schon ein paar Tage waren, ging es nur zum Strand, aber ein wunderschöner Strand, den ich selbst noch nicht gesehen hatte. Dort begnügten wir uns mit ein bisschen Wellenspringen und Einsiedlerkrebse beobachten.

Samstag hiess es dann ab auf die Insel. Im grossen Nicaraguasee liegt Ometepe, die man tatsächlich als “Insel mit 2 Bergen” bezeichnen kann durch die 2 Vulkane, die sie formen. Nach einstündiger Fährfahrt, die doch etwas wackelig war, obwohl es doch nur ein See ist, sprangen wir wieder in einen der gelben Schulbusse, um in unserem Dorf anzukommen in dem wir die Unterkunft gebucht hatten. Dort angekommen hiess es noch 300m bergauf, aber ich bin mir sicher, dass es schon ein paar Meter mehr waren. Und da standen wir mitten im Dschungel des Vulkans Maderas…

In der Finca Natural gab es eine Holzhütte mit zwei Etagen, die für die nächsten Tage unsere sein sollte, dazu Draussen-Dusche und Trockenplumpsklos. Wir mussten uns kurz daran gewöhnen, aber es war echt wunderschön dort. Überall Bananaenbäumchen und andere, schöne Vögel mit ätzender Stimme und Eichhörnchen und das sind nur die uns angenehmen Tiere, die wir dort gesehen haben….:)

Während Franzi und Linda auf der grossen Matratze in der oberen Etage schliefen, hing ich in der Hängematte mi Untergeschoss, die bis auf die Bewegungseinschränkung beim Drehen echt gut schlafbar war. Nicht vergessen zu erwähnen das super Früstück was uns der Besitzer am ersten Morgen zauberte: Crepes mit Schokostückchen,

Unsere erste Tour auf der Insel führte zum “Ojo de Agua” (Auge des Wassers). Dies ist ein Naturschwimmbad, also ein manmade Schwimmbad, aber mitten in der Natur und mit Wasser aus der Natur. Es war echt nett, aber zu viele Leute hat es sonntags dorthin getrieben. In einem anderen Hostel haben wir uns ein indisches, und will’s der Zufall schon wieder veganes, Abendessen schmecken lassen. Und trabten dann im Dunkeln unseren Trampelpfad richtung Hostel mit Taschenlampe hoch.

Am Montag sind wir dann die Strasse einfach mal in die andere Richtung gelaufen, mi Hinterkopf habend, dass es dort irgendwo einen Wasserfall in den Bergen zu sehen gibt. Nach einer Stunde laufen, fühlten wir uns alle eher wie wieder umkehren, aber ein letzter Funke Energie und vielleicht auch Neugier trieb uns noch. Also, fragte ich ein para Frauen, die schon länger hinter uns liefen, nach dem Dorf von dem der Wasserfall zu erreichen ist. Sie hatten das gleiche Ziel, also das Dorf nicht den Wasserfall und meineten es wäre noch eine halbe Stunde Fussweg. Dies liess erneut neue Energie in uns frei und wir beschlossen ihnen zu folgen. Dazu zu sagen ist, dass das Dorf auch auf dem Berg lag und auch die halbe Stunde etwas länger dauerte als die üblichen 30 Minuten. Aber wir erreichten das Dorf und dort gaben sie uns Instruktionen, wie wir weiter kommen würden, um den Wasserfall zu erreichen, der laut ihnen nur nochmal 40 Minuten entfernt war. Naja, jedenfalls waren die Anweisungen von allen Befragten, dass wir nicht alleine gehen sollen, da man sich dort leicht verlaufen kann und uns wurden zwei Häuser empfohlen in denen wir nachfrgaen konnten, ob uns jemand dahin führen kann. So geschah es auch. Und dafür wurden wir auch erstmal von der befragten Señora belächelt und sie erzählte uns, dass sie einen Sohn hätter, der das machen könnte, aber sie nicht weiss, ob er Lust da zu hat. Als sie ging um ihn zu fragen hörte ich nur den Satz:” Da draussen sind Ausländerinnen, die wollen zum Wasserfall.” Natürlich nicht ohne kichern zu vernehmen.

Der Sohn kam nach draussen, um uns auch zu betrachten und erklärte, dass es so ein bis zwei Stunden Fussweg wäre bis zum gewünschten Ziel. Ja, da machten wir grosse Augen und schauten uns an und allen war klar, dass wir das nicht wollten. Aber es gab wohl noch einen Fluss, den man sich ansehen kann und wo es auch Trinkwasser gab, dass wir mittlerweile nicht mehr besassen. Also, entschieden wir uns für dieses Ausflugsziel und somit fürte uns der 22-jährige Jose Nicolas, mit seinen grossen Gummistiefel durch den Dschungel. Wir waren auf das alles natürlich überhaupt nicht vorbereitet und waren mit Flip Flops losgelaufen, die dort auf jeden Fall an ihre Grenzen kamen und nicht nur sie auch wir. Die Hitze, bergauf und kein Wasser mehr…und Jose Nicolas hatte es wohl auch eilig, weil er ein ordentliches Tempo vorlegte und immer wieder versicherte, dass wir schon fast da wären. Dies glaubten wir ihm nach dem dritten mal dann auch nicht mehr. Die ganze Gemeinde wird mit Wasser aus dem Fluss versorgt, dass vom Vulkan kommt und somit sahen wir unterwegs Wasserspeicher und Rohre und zum Glück für uns hatte eins ein Loch und wir konnten endlich was trinken und unsere Flasche wieder auffüllen und es war echt lecker und schön kalt. Ja und danach war auch unsere Motivation zum bergauf gehen verloren gegangen und auch unser Guide meinte, dass es ganz schön spät wäre und somit kehrten wir wieder um. Da nasse FlipFlop eher schlecht laufbar sind, beschloss ich nach kurzem versuchen mit ohne weiterzulaufen. Das ging sogar ganz gut und da es für Jose Nicolas, mit seinen Gummistiefeln, wohl echt selten war, räumte eher mir auch die Blätter mit Stacheln aus dem Weg und spülte meine Ameisenbewanderten Füsse ab, trotzdem bin ich in irgendein Stachelblatt getreten und das tat dann ganz schön weh und so schnell wie ich die Flip Flops aushatte, hatte ich sie auch wieder an.

Am Haus der Familie wieder angekommen, schenkten sie uns noch Bananen, die super lecker waren. Wir machten ein Foto und die Mama von Jose Nicolas versuchte noch ein bisschen ihren Single-Sohn anzupreisen, aber da wir hofften den letzten Bus noch zu bekommen, werden wir wohl demnächst keine nicaraguanisch-deutsche Hochzeit erleben.

Wir kamen sogar noch pünktlich an der Haltestelle an, aber der Bus natürlich nicht und deswegen sind wir kurzerhand auf der Ladefläche eines Transporters mitgefahren.

An diesem Abend endete auch schon unsere Zeit am Vulkan Maderas und nach der letzten Nacht dort fuhren wir zurück zur Hafenstadt, wo wir auch gleich angequatscht wurden, ob wir nicht ein Hostel suchen würden und dem war auch so. Also, folgten wir dem Fragenden zu seinem Hostel und bleiebn auch dort. Schauten uns ein bisschen in der Stadt um und abends gingen wir mit einem anderenGast aus unserem Hostel essen und es flossen einige Bier, die wir später noch mit zwei Iren teilten, die auch in unsere Hostel untergekommen waren. Ein schöner Abschlussabend auf der Insel also.

Leider hiess das aber auch, dass mir mit Linda und Franzi nur noch 2 Tage blieben. Der Mittwoch war ganz der Rückreise nach Managua gewidmet und Donnerstag musste ich wieder arbeiten und wir machten uns ein schönes Abendbrot zusammen auf der Terasse von unserem Haus mit meiner Gastmama, -tante und -schwester. Letztere mochte die beiden grossen deutschen auch sehr gerne.

Schön wars.

 

 

 

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